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Ausgangssituation und Forschungsfragen

Drei von vier Haushalten kaufen mindestens einmal im Jahr eine Zierpflanze. Zierpflanzen sind damit Teil der Lebens- und Konsumwelt von Menschen. In der Produktion von Zierpflanzen sind derzeit die Umweltbedingungen auf Wuchsleistung und Verkaufsqualität optimiert und berücksichtigen nicht die späteren Alltags- und Umweltbedingungen beim Verbraucher. Konsumenten haben heutzutage jedoch häufig nicht die notwendige Kompetenz in der Pflanzenpflege. Durch suboptimale Bedingungen und Behandlungen zeigen viele Zierpflanzen Stresssymptome, die einen Verlust des Zierwertes zur Folge haben. Somit entwickeln sich Zierpflanzen zunehmend vom Gebrauchs- zum Verbrauchsartikel und werden vorzeitig entsorgt. Im Projekt ProKonZier soll das große Nachhaltigkeitspotenzial von Zierpflanzen sowohl auf der Verwendungs- als auch auf der Produktionsseite durch die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle genutzt werden.

Projektziele und erwartete Ergebnisse, geplante Umsetzungsstrategien

In diesem interdisziplinären Projekt werden Bewertungsmodelle auf Basis des Product Carbon Footprint (PCF) für die Nachhaltigkeit in der Wertschöpfungskette von Zierpflanzen erarbeitet. Zudem werden in ethnografischen Studien erstmals detailliert die späteren Verwendungskontexte und Umweltbedingungen bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern ergründet und darauf aufbauend in Anbauversuchen neue Produktionsverfahren für stressadaptierte Zierpflanzen getestet. In Zusammenarbeit mit Partnern aus Produktion und Einzelhandel entstehen nachhaltige Produktkonzepte, deren Akzeptanz in einer Verbraucherstudie untersucht wird. Durch die ins Projekt eingebundenen Unternehmen können die Erkenntnisse unmittelbar in die Praxis umgesetzt werden.

Zielsetzungen des Projekts sind:

  • Gewinnung eines tiefgründigen Verständnisses des Verbraucherverhaltens bei Zierpflanzen und der Hemmnisse für nachhaltige Verwendung von Zierpflanzen.
  • Detektion und Beschreibung von entscheidenden Stressfaktoren im Verwendungsbereich. Dabei soll es keine Rolle spielen, ob der Stress vom Konsumenten ausgeht oder durch diesen nicht beeinflusst wird.
  • Messung der Umweltbelastung mit dem Konzept des „Carbon bzw. CO2-Footprints“ auf den Verwendungsund Produktionsseiten, um so ein Ausgangsniveau für nachhaltige Wirtschafts- und Konsumweisen beschreiben zu können.
  • Erarbeitung von Geschäftsmodellen, um die Produktion bzw. das Produkt besser auf die spätere Nutzung auszurichten.
  • Prüfung der Anwendungsmöglichkeit und Erfolgsaussichten eines Nachhaltigkeits-Labels auf dem Markt.
Laufzeit: 
Jan 2015 bis Dez 2017
Kontakt: 

Prof. Dr. Kai Sparke, Hochschule Geisenheim University, Fachgebiet Gartenbauökonomie