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Ausgangssituation und Forschungsfragen
Nachhaltigkeit wird für viele Konsumentinnen und Konsumenten zu einem immer wichtigeren Auswahlkriterium. Nicht nur in den Bereichen Mobilität und Ernährung, sondern auch im Handlungsfeld ‘Bekleidung‘ achten die Kundinnen und Kunden verstärkt auf eine umwelt- und sozialverträgliche, ressourceneffiziente Produktion. Damit ist das Potenzial für mehr Nachhaltigkeit allerdings noch nicht ausgeschöpft: Steigern lässt sich dieses zusätzlich durch eine gleichzeitige Absenkung des Konsumniveaus, eine Verringerung des Massendurchsatzes von Kleidung und eine damit verbundene Verlängerung der Nutzungsphase (‘Slow Fashion‘). Das bedeutet, dass der gesamte Herstellungsprozess vom Modedesign bis zum fertigen Produkt auf eine hohe Wertschätzung der Kleidungsstücke, eine lang anhaltende Attraktivität und materielle Nutzbarkeit sowie eine gute Wiederverwertbarkeit auszurichten ist. Im Rahmen des Projekts wird untersucht, ob und wie Innovationen in den Bereichen Modedesign und -entwurf, Textiltechnik, Kleidungsproduktion und Dienstleistungsangebote dazu beitragen können, die Nutzungsphase von Kleidung zu verlängern. Außerdem wird analysiert, wie der Diffusionsprozess innovativer Angebote für nachhaltigere Bekleidung über die avantgardistischen und ökologisch orientierten Milieus hinaus in die (bürgerlichen) Mainstream-Milieus gelingen und gefördert werden kann. Grundlage dafür ist die Untersuchung fördernder und hemmender Faktoren für einen nachhaltigeren Kleidungskonsum. Von zentraler Bedeutung für das Projekt ist die Zusammenarbeit mit Praxisakteuren aus den Bereichen Herstellung, Handel und Verwertung von Bekleidung.

Projektziele
Durch angewandte Forschung und einen engen Praxisbezug soll die Entwicklung und Umsetzung von Innovationen, die zu mehr Nachhaltigkeit im Handlungsfeld ‚Bekleidung‘ beitragen (mit Schwerpunkt ‚Slow Fashion‘), unterstützt werden. Es sollen unter Einschluss neuer Geschäftsmodelle Innovationspotenziale und mögliche Hemmnisse für ihre Realisierung entlang der gesamten textilen Wertschöpfungskette - vom Design über Textil- und Kleidungsproduktion bis zum Handel - identifiziert und gemeinsam mit Praxisakteuren Ansätze für die Verbreitung dieser Innovationen erarbeitet werden. Parallel dazu sollen die soziale Anschlussfähigkeit und das Marktpotenzial nachhaltigerer Kleidungsalternativen untersucht werden, um auf dieser Basis Strategien für eine breite Diffusion nachhaltigerer Produkte und Dienstleistungen zu erarbeiten. Zu erwartende Ergebnisse und Umsetzungsstrategien In dem Vorhaben werden als konkrete Ergebnisse angestrebt:

• Innovationen entlang der gesamten textilen Wertschöpfungskette, die zu einer Verlängerung der Nutzungsphase von Kleidung beitragen und hinsichtlich der Nachhaltigkeit ihrer Wirkungen und ihres (Massen-) Marktpotenzials überprüft wurden • ein Kriterien- und Indikatorsystem zur Bewertung der Nachhaltigkeit von Innovationen im Handlungsfeld ‚Bekleidung‘ und von Kleidung

• Informationen zu Konsumeinstellungen im Bereich ‚Bekleidung‘, zu Akzeptanzfaktoren und zum Diffusionspotenzial nachhaltigerer Kleidungsalternativen

• Transfer-, Social Marketing- und Marketing-Strategien zur Förderung der Verbreitung von Innovationen für nachhaltigere Bekleidung in Unternehmen entlang der textilen Kette sowie von entsprechenden Produkten und Dienstleistungen bei Verbraucherinnen und Verbrauchern

• Eine verbesserte Zusammenarbeit a) zwischen Forschungseinrichtungen und Unternehmen und b) zwischen Unternehmen und anderen Akteuren, die sich für ein nachhaltigeres Bekleidungsangebot und einen nachhaltigeren Bekleidungskonsum engagieren, u.a. durch die Gründung eines Forums ‚Nachhaltige Bekleidung‘.

 

 

 

 

Laufzeit: 
Jan 2015 bis Dez 2017